Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt… Ev. Kinderwelt Dinslaken

Kita-Umbau, -Neubau, -Anbau, davon gibt es seit einiger Zeit viele in der Ev. Kinderwelt Dinslaken. Warum aber wird bei uns so viel gebaut? Geschäftsführer Reimund Schulz hat es bei anderer Gelegenheit einmal auf den Punkt gebracht: „[Um] ein Umfeld zu schaffen, in der sich Kinder, Eltern und Mitarbeitende gleichenteils wohlfühlen. Denn nur so entsteht […] eine angenehme Atmosphäre, in der mit Freude und Spaß eine kompetente Betreuung stattfinden kann.“

Wer aber ist für die Bauvorhaben zuständig? Wer sind die Menschen im Hintergrund, die Drahtziehenden, die Hintermänner und -frauen, Anregenden, Schlüsselfiguren? Und wie gestalten sich diese Vorhaben? Hier kommt die Abteilung Liegenschaften mit Sitz im Haus der Kirche ins Spiel. Abteilungsleiter Marc Clausmeyer und seine Mitarbeitenden kümmern sich um vielfältige Aufgaben rund um den Gebäude- und Grundbestand des Ev. Kirchenkreises Dinslaken, unter anderem auch um unsere Kitas.

Wir von der Ev. Kinderwelt Dinslaken haben einmal nachgefragt. Gesprächspartnerin ist Ute Benninghoff von der Abteilung Liegenschaften…

Isabel Uhlenhut: So, liebe Ute, schön, dass du Zeit für uns gefunden hast! In letzter Zeit geht es ja richtig rund! Kita Lohberg, Kita Am Rotbach, Kita Fröbelstraße, Kita Spellen, egal, wo man hinschaut, überall wird gebaut! Wir von der Kinderwelt und auch unsere Leser wüssten sicher liebend gerne, wie es dazu kommt, was die Hintergründe sind und wie das so vonstattengeht.

Ute Benninghoff: Ja, Isabel, schön, dass ihr fragt! Ich erzähle dir einfach mal ein bisschen was dazu: Es gibt verschiedene Arten von Bauvorhaben: Neubauten, Erweiterungsbauten (wie in Eppinghoven) oder Umbauten bzw. Sanierungen und größere Renovierungen. Es kommt ganz darauf an, was am jeweiligen Gebäude benötigt wird. Neubauten kommen bei uns eher selten vor, aber häufig kommt es zu Erweiterungsbauten. So können immer wieder neue Kitaplätze für Kinder geschaffen werden. Wenn die Warteliste für Neuaufnahmen im Quartier lang ist und die vorhandenen Betreuungsplätze die Aufnahmen nicht abdecken können, dann kann es mit Einwilligung der Städte und Kommunen zu einem Erweiterungsanbau an einer bereits vorhandenen Kita kommen und somit zusätzlicher Raum geschaffen werden.

Isabel Uhlenhut: Aha, und wie läuft das dann?

Ute Benninghoff: In einer Arbeitsgruppe der Stadt – der AG 78 – wird gemeinsam mit allen Trägern aller Kindertageseinrichtungen beraten, wo und in welchem Stadtteil ein Erweiterungsanbau notwendig und sinnvoll ist. Selbstverständlich müssen wir als Träger der Ev. Kinderwelt immer unsere zuständigen Kirchengemeinden mit in diese Überlegungen einbeziehen.

Wenn dem Bauvorhaben von allen Verantwortlichen stattgegeben wurde, beauftragen wir einen Architekt mit einer Vorabplanung, um frühestmöglich eine Vorstellung von den Kosten für den Anbau zu haben. Diese Kostenplanung wird dann wieder der jeweiligen Stadt vorgelegt. Dann wird von dort darüber entschieden, welche Fördermittel des Landes NRW beantragt werden und welche Eigenanteile im besten Fall von der Stadt übernommen werden. Ein Eigenanteil den Bauvorhaben bleibt jedoch immer bei dem Träger.

Isabel Uhlenhut: Und wie geht es dann weiter?

Ute Benninghoff: Wenn die gesamte Vorabstimmung mit allen Beteiligten in „trockenen Tüchern“ ist, beginnt der Architekt mit der Planung des Grundstückes, des Brandschutzkonzeptes, Aus- und Abmessungen mit Bauingenieuren, etc. Nach Erstellung einer sogenannten Kostenschätzung wird ein Antrag auf Fördermittel an den LVR (Landschaftsverband Rheinland) oder LWL (Landschaftsverband Lippe) – je nachdem, in welchem Gebiet die Kita liegt – immer über die Stadt gestellt.

Wenn der danach erteilte Zuwendungsbescheid dem Träger vorliegt, kann der Architekt mit den Ausschreibungen beginnen. Bei diesen Ausschreibungen wird – entweder im Bundesanzeiger oder als „beschränkte Ausschreibung“ – den für den Bau notwendigen Gewerken ein von dem Architekten erstelltes Leistungsverzeichnis übersandt. Dieses wird dann von dem Unternehmen ausgefüllt und in Form eines Gesamtangebotes für die ausgeschriebene Tätigkeit in einem verschlossenen Umschlag an den Architekten zurückgesandt.

Bei dem Submissionstermin (Vergabe eines öffentlich ausgeschriebenen Auftrags an denjenigen, der das günstigste Angebot macht), werden diese Angebote im Beisein des Trägers geöffnet und dann geprüft, welcher Handwerker das günstigste Angebot abgegeben hat. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass alle geforderten Angaben in dem abgegebenen Leistungsverzeichnis vollständig eingetragen sind. Nach dieser Feststellung werden dann die entsprechenden Aufträge an die Gewerke vergeben. Hierbei achten wir insbesondere sehr auf energieeffiziente Maßnahmen.

Isabel Uhlenhut: Das hört sich nach akribisch genauer Arbeit an…

Ute Benninghoff: Das ist es auch. Vergabevorschriften müssen eingehalten werden. Bei der späteren Abgabe des Verwendungsnachweises – das ist der Nachweis an Hand von Ausschreibungen, Aufträgen und Rechnungen für die bewilligten Fördermittel – wird von der Stadt und dem LVR / LWL geprüft, ob das bewilligte Geld auch ordnungsgemäß für Arbeiten am Erweiterungsbau der Kita verwendet und nicht zweckentfremdet wurde.

Isabel Uhlenhut: Umsonst gibt es diese An-, Um- oder Erweiterungsbauten ja wohl nicht…

Ute Benninghoff: (lacht) Nein, das wohl eher nicht… Bei jedem Antrag muss der Träger – also wir – grundsätzlich mit 10 bis 30% Eigenleistung rechnen. Manche Städte – ja nach Finanzlage – beteiligen sich an dieser Finanzierung. Und diese Bauvorhaben kratzen gut und gerne schon mal an der Millionengrenze.

Isabel Uhlenhut: Uiuiuiui! Das sind natürlich hohe Beträge!

Ute Benninghoff: Hier muss man aber sagen, dass unserem Geschäftsführer Reimund Schulz die Projekte sehr am Herzen liegen. Er scheut sich auch nicht, größere und große Vorhaben anzugehen.

Isabel Uhlenhut: Liebe Ute, das nehmen wir als Schlusswort. Dir vielen Dank für die ausführliche Information. Dann hoffen wir, bald wieder von den aktuellen Umbaumaßnahmen zu hören!

Ute Benninghoff: Ich danke euch für das Interesse!

 

Isabel Uhlenhut – Öffentlichkeitsbeauftragte Ev. Kinderwelt –
im Gespräch mit Ute Benninghoff – Liegenschaften im Ev. Kirchenkreis –
Bild: Isabel Uhlenhut ©