Neue Pädagogische Leitung Daniela Frank – Ev. Kinderwelt Dinslaken

Im März verabschiedete sich Monika Engfer in den wohlverdienten Ruhestand. Ihre Nachfolge als stellvertretende Geschäftsführerin und Pädagogische Leitung der Ev. Kinderwelt Dinslaken tritt Daniela Frank an. Mit ihr übernimmt eine erfahrene und versierte, seit vielen Jahren eng mit der Kinderwelt verbundene Fachfrau das pädagogische Ruder des lokal größten Trägers von Kitas und Tagespflegestellen.

Im Gespräch mit Isabel Uhlenhut, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der Ev. Kinderwelt, spricht Daniela Frank über ihren Werdegang, ihre neuen Aufgaben, Ziele und Träume…

Isabel Uhlenhut: Liebe Frau Frank, wie schön, dass Sie Zeit für unser Gespräch gefunden haben. Ihre neuen Aufgaben werden ja nicht einfacher dadurch, dass wir uns zusätzlich in einer Pandemie befinden, die mit immer neuen Herausforderungen aufwartet. Wie gestaltete sich denn Ihr Start als neue stellvertretende Geschäftsführerin und Pädagogische Leitung der Kinderwelt?

Daniela Frank: Ja, den Start hätte man sich einfacher vorstellen können! Ich freue mich aber auf die neuen Aufgaben und die Zusammenarbeit mit Herrn Schulz als Geschäftsführer sowie den Kolleginnen aus unserem Leitungsteam. Als Stellvertretung von Frau Engfer war ich in der Vergangenheit bereits in viele Entscheidungsprozesse und Arbeitsfelder eingebunden. So konnte ein fließender Übergang gestaltet werden, wofür ich wirklich sehr dankbar bin.

Isabel Uhlenhut: Für Sie war also die Frage, ob Sie sich diesen neuen Herausforderungen stellen, nie relevant?

Daniela Frank: Diese Frage hat mich eher neugierig gemacht. Alles rund um den Kita-Alltag ist ständig in Bewegung, durch gesetzliche Vorgaben, Bildungsaufträge, politische Entscheidungen und gesellschaftlichen Wandel wird es nie eintönig. Ich schätze diese Vielfalt und Abwechslung im beruflichen Alltag sehr. Insofern fiel mir der Schritt nicht schwer…

Isabel Uhlenhut: Frau Frank, Sie sind ja in der Kinderwelt kein Neuling. Erzählen Sie doch mal etwas über sich, Ihren Werdegang, Ihre Motivation…

Daniela Frank: (lacht) Tatsächlich habe ich meinen Beruf sozusagen „von der Pike auf“ erlernt, viele Jahre davon in Kinderwelt-Einrichtungen. Daraus ergibt sich vielleicht auch eine besondere emotionale Verbundenheit. Studiert habe ich Soziale Arbeit und mein Anerkennungsjahr habe ich in einer Kindertagesstätte absolviert.

Als die Evangelische Kinderwelt 2010 gegründet wurde, war ich schon über fünf Jahre Teil eines Kita-Teams der evangelischen Kirchengemeinde in Voerde. Dort habe ich über viele Jahre die pädagogische Arbeit vor Ort mit den Kindern und ihren Familien mitgestaltet. Parallel dazu habe ich 2009 die Ausbildung zur Heilpädagogin abgeschlossen. Nachdem ich in der Kita Kinder mit erhöhtem Förderbedarf heilpädagogisch begleiten und unterstützen durfte, habe ich mich nach einer zweiten Elternzeit für eine Neuorientierung entschieden.

Isabel Uhlenhut: Also raus aus der Kita und rein in …

Daniela Frank: Genau! Rein in die Trägerebene der Kinderwelt. Hier konnte ich als Fachberatung in der Zusammenarbeit mit Erzieher*innen, Leitungen und verschiedenen anderen Trägern neue Erfahrungen sammeln. Aus dieser Tätigkeit heraus wurde ich dann Teil des pädagogischen Leitungsteams in enger Zusammenarbeit mit Frau Engfer.

Isabel Uhlenhut: So ganz haben Sie sich also nicht von der Arbeit mit den Kindern verabschiedet. Wie verbinden Sie Ihre jetzige Tätigkeit mit Ihrer ursprünglichen Intention?

Daniela Frank: Ich habe schon immer gerne sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen gearbeitet. Auch wenn zukünftig die Begegnungen mit den Kindern in den Einrichtungen überschaubar sein werden, verstehe ich meine Arbeit dennoch im Sinne der Kinder. Viele Entscheidungen, die seitens der Kinderwelt als Träger auf den Weg gebracht werden, gestalten und beeinflussen vor Ort die Lebens- und Lernwelt der Kinder. Hier ist in den letzten Jahren einiges geschehen und wird sich beständig weiterentwickeln. Die Lebens- und Lernräume der Einrichtungen werden vielerorts renoviert, umgebaut oder auch erweitert, Außengelände werden neu gestaltet. Gleichzeitig stehen wir zusammen mit den Teams in den Einrichtungen im pädagogischen Diskurs, um die konzeptionelle Arbeit weiterzuentwickeln. Ich freue mich auf neue Perspektiven und Möglichkeiten, die wir im Verbund gemeinsam entwickeln werden.

Isabel Uhlenhut: Das hört sich auf jeden Fall nach einer Herausforderung an. Sie haben sich viel vorgenommen…

Daniela Frank: Als Arbeitgeber mit über 300 pädagogischen Fachkräften besteht eine der grundlegenden Aufgaben meinerseits in Personalmanagement und Mitarbeiterführung. Zugleich beinhaltet meine Position die Beratung in allen pädagogischen, organisatorischen, personellen, baulichen und wirtschaftlichen Themen, immer in Zusammenarbeit sowohl mit Herrn Schulz als Geschäftsführer als auch mit unseren Einrichtungsleitungen.

Isabel Uhlenhut: Und wie ist es mit den Kirchengemeinden?

Daniela Frank: Da sprechen Sie etwas an, was mir ebenfalls sehr am Herzen liegt, nämlich die Kooperation mit den Kirchengemeinden des Ev. Kirchenkreises Dinslaken. Als Träger ist unser konfessionelles Profil spür- und sichtbar. Christlich-evangelische Religionspädagogik ist in unseren Einrichtungen fest verankert. Die Einrichtungen arbeiten dazu eng mit den Pfarrerinnen und Pfarrern der Gemeinden zusammen.

Isabel Uhlenhut: Gibt es weitere wichtige Kooperationspartner?

Daniela Frank: Als Trägervertreterin setze ich mich natürlich auch für die Interessen und Ziele der Kinderwelt u.a. in verschiedenen Gremien und in der Zusammenarbeit mit den Landschaftsverbänden LVR und LWL sowie in der Kooperation mit der örtlichen Jugendhilfe ein.

Isabel Uhlenhut: Aber damit stehen Sie nicht alleine da…

Daniela Frank: (lacht) Nein, Gott sei Dank nicht! Um einen Verbund von zwanzig Kitas und Familienzentren sowie vier Großtagespflegestellen in sechs Kommunen zu koordinieren, gleichzeitig den gestiegenen gesetzlichen Anforderungen für die Bildungsarbeit gerecht zu werden sowie aktuelle Entwicklungen unserer Gesellschaft zu berücksichtigen, braucht es ein breit aufgestelltes Leitungsteam.

Isabel Uhlenhut: Wie kann ich mir das vorstellen?

Daniela Frank: Neben Herrn Schulz als Geschäftsführer besteht das Leitungsteam aus fünf Mitarbeiter*innen, die unterschiedliche Stärken und vielfältiges Fachwissen mitbringen. Wir stehen alle untereinander in regelmäßigem Austausch zueinander. Die Idee dahinter ist, eine Basis zu gestalten, auf die alle Mitarbeiter*innen der Einrichtungen zurückgreifen können. Ein Blick von außen kann oft eine Bereicherung sein, zugleich möchten wir Synergien fördern und die Verbindungen der vielen Einrichtungen untereinander stärken. Gemäß dem Motto „Man muss das Rad nicht immer neu erfinden“ können die Kolleg*innen voneinander profitieren.

Isabel Uhlenhut: Das hört sich nach einem funktionierenden Konzept an. Schön finde ich Ihr Motto „Man muss das Rad nicht immer neu erfinden.“ Im Team kann der/die eine vom anderen profitieren und man ergänzt sich in vielen Bereichen. Wie sieht es denn für die Zukunft aus? Haben Sie da noch besondere Pläne und Ziele für die Entwicklung der Kinderwelt?

Daniela Frank: Auch wenn die Ev. Kinderwelt mittlerweile mehr als zehn Jahre besteht, gibt es neben der Erhaltung von Altbewährtem natürlich auch Visionen und neue Ideen meinerseits. Durch veränderte gesetzliche Regelungen und Rahmenbedingungen für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf wird Inklusion in der Kinderwelt neu verankert und gelebt. Hierzu benötigen wir ein Konzept, das Vielfalt in allen Einrichtungen ermöglicht, Hemmschwellen abbaut und die pädagogischen Fachkräfte vor Ort fachlich unterstützt. Gemeinsam entwickelte Standards werden den Fachkräften zukünftig Handlungssicherheit bieten und für die Kinder eine qualitativ hochwertige Betreuung und Entwicklungsförderung sicherstellen.

Isabel Uhlenhut: Diversität ist etwas, das überall gelebt werden sollte. Kinder, die früh erfahren, dass man „gemeinsam anders“ sein kann, können ihr ganzes Leben lang davon profitieren…

Daniela Frank: Das ist richtig! Es erfordert aber auch eine kontinuierliche Arbeit an sich selbst und zusammen mit dem Team. Um den Kindern eine anregende Lernumgebung zu bieten, sind Reflexion und der pädagogische Diskurs unerlässlich. Qualitätsentwicklung und -sicherung setzen hier an. In den kommenden Jahren wird die Kinderwelt einen Weg beschreiten, der den Einrichtungen auch hier einen verlässlichen Rahmen bietet und das Profil der Kinderwelt als Anbieter frühkindlicher Bildung schärft.

Isabel Uhlenhut: Was macht denn die Ev. Kinderwelt als Arbeitgeber interessant?

Daniela Frank: Die Kinderwelt steht allen Mitarbeiter*innen als Ansprechpartner zur Verfügung. Beständige Kontakte zu den Einrichtungen vor Ort sind hierbei für mich von zentraler Bedeutung. Wir unterstützen die Teams durch in- und externe Fortbildungsangebote, Beratungsgespräche und Inhouse-Besuche. Möglichst nah dran an dem Arbeitsalltag unserer Mitarbeiter*innen zu sein, liegt mir dabei am Herzen.

Isabel Uhlenhut: Und wo sehen Sie die Kinderwelt in zehn Jahren?

Daniela Frank: Oh, zehn Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passieren kann. Es wäre anmaßend von mir, zu glauben, über dieses Wissen zu verfügen. Aber ich kann vielleicht einen Wunsch formulieren: Ich würde mich sehr freuen, wenn die Kinderwelt auch in zehn Jahren ein meiner Meinung nach wichtiges, grundsätzliches Ziel verfolgt: Orte zu schaffen, an dem sich Kinder, Familien und Mitarbeiter*innen wohlfühlen und gerne miteinander Zeit verbringen. Zudem ist die Kinderwelt für mich ein gutes Beispiel für gelebte Kirche, die auch hoffentlich in Zukunft weiterhin ein Fundament für Wachstum und Lebendigkeit in den Kirchengemeinden darstellen wird.

Isabel Uhlenhut: Haben Sie noch eine abschließende Botschaft an Kitas und Familien?

Daniela Frank: Durch die Kinderbetreuung über Tagespflegestellen und Kindertagesstätten werden Familien in unserer heutigen Gesellschaft vielfältig unterstützt. Sie vertrauen uns ihr höchstes Gut an. Es entstehen zwischen allen Beteiligten wichtige neue Beziehungen und Kontakte.

Miteinander als Erwachsene im Gespräch zu bleiben, um die Lebenswelt des anderen kennenzulernen und gegenseitiges Verständnis zu entwickeln ist die Basis für weitere gemeinsame Ziele in der Zusammenarbeit.

Seien Sie offen und ehrlich zueinander, auch wenn Sie sich sorgen oder Ihnen etwas missfällt. Gemeinsam für die Kinder – diesen Blick sollten wir uns als Erwachsene bewahren.

Kinder brauchen Kinder, um von- und miteinander zu lernen und sich die Welt zu erschließen. Geben wir ihnen gemeinsam Raum und Möglichkeiten, Impulse und Hilfestellungen, um jedes Kind bei seinem ganz eigenen Weg ins Leben zu unterstützen!

Isabel Uhlenhut: Liebe Frau Frank, ich würde Ihnen jederzeit mein Kind anvertrauen! Vielen Dank dafür, dass Sie sich so viel Zeit genommen haben. Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute für die Zukunft und Ihre neuen Aufgaben.

Daniela Frank: Keine Ursache, Frau Uhlenhut, jederzeit gerne!

 

Bild: Isabel Uhlenhut ©