Gesetzliche Grundlagen

Die Organisation und Gestaltung der Arbeit in Kindereinrichtungen wird in Deutschland durch rahmengebende Bundesgesetze und konkretisierende Landesgesetze geregelt und bildet das Fundament unserer Arbeit. Im SGB VIII, dritter Abschnitt, werden die zentralen Aufgaben der Förderung von Kindern klar benannt.

Organisation und Gestaltung

Die Aufgaben von Tageseinrichtungen und Kindertagespflege sind gesetzlich klar geregelt. Die Einrichtungen sollen:

  • die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern.
  • die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen.
  • den Eltern dabei helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können.

Auf Länderebene erfolgen rechtliche Konkretisierungen. Für die Arbeit in unseren Einrichtungen haben wir eine Übersicht über die maßgeblichen Grundlagen unserer Arbeit zusammengestellt:

  • Kinderbildungsgesetz (KiBiz)
  • Bildungsvereinbarung NRW
  • Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung

Kinderbildungsgesetz (KiBiz)

Das Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz – KiBiz) bildet seit dem 1. August 2008 die Grundlage der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für die frühkindliche Bildung in NRW.

Das KiBiz betont die frühe Bildung und Förderung von Kindern und will für Eltern mehr Flexibilität bei der Nutzung des Angebots.

Zu den Kernelementen des Gesetzes gehören laut Landesregierung:

  • der Bildungs- und Erziehungsauftrag im frühen Kindesalter
  • die...

Das Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz – KiBiz) bildet seit dem 1. August 2008 die Grundlage der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für die frühkindliche Bildung in NRW.

Das KiBiz betont die frühe Bildung und Förderung von Kindern und will für Eltern mehr Flexibilität bei der Nutzung des Angebots.

Zu den Kernelementen des Gesetzes gehören laut Landesregierung:

  • der Bildungs- und Erziehungsauftrag im frühen Kindesalter
  • die alltagsintegrierte Sprachbildung aller Kinder von Anfang an
  • eine vielfältige und bedarfsgerechte Angebotsstruktur
  • Sicherung der pädagogischen Qualität und der personellen Ausstattung in den Kindertageseinrichtungen
  • die gesetzliche Verankerung der Familienzentren, der Tageseinrichtungen mit besonderem Unterstützungsbedarf (plusKITAs oder bei Sprachförderung)
  • die Sicherung der Kindertagespflege als gleichwertiges Betreuungsangebot

Link zum KiBiz: https://www.mkffi.nrw/sites/default/files/asset/document/kibiz_ab_1.8.19_mit_anlagen.pdf

Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz):

Zum 01.08.2020 tritt das „Gesetz zur qualitativen Weiterentwicklung der frühen Bildung“ in Kraft. Durch vorliegenden Gesetzentwurf wird das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) grundlegend reformiert.
Jede Kindertageseinrichtung in NRW erhält künftig mehr finanzielle Mittel für mehr Personal. Es soll sichergestellt werden, dass sich die Finanzierung jedes Jahr entsprechend der tatsächlichen Entwicklung der Personal- und Sachkosten erhöht.
Ziele der Reform sind insbesondere:

  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für Sprachbildung und qualifizierte Sprachförderung
  • Verbesserung der Möglichkeiten der Jugendhilfeplanung zur Gewährleistung eines bedarfsgerechten Angebotes
  • Stärkung der Kindertagespflege, Förderung der Formen- und Angebotsvielfalt
  • Fachkräftesicherung, Unterstützung von Maßnahmen der Qualifizierung und Fortbildung
  • Schaffung von Regelungen zur Fachberatung
  • Zeitliche Erweiterung und Flexibilisierung des Betreuungsangebots
  • Erweiterung der Elternbeitragsfreiheit um ein Jahr auf die letzten beiden Jahre vor der Einschulung

Außerdem soll das KiBiz durch die Reform übersichtlicher und in zahlreichen Punkten einfacher gestaltet sein.

Link zu Änderungen KiBiz: https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/landesregierung-sichert-qualitativen-uebergang-zur-umfassenden-kibiz-reform

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Bildungsvereinbarung NRW

In der Bildungsvereinbarung NRW vom 30.04.2015 sind der Bildungsbegriff und das Bildungsverständnis formuliert. Die Stärken der Kinder sind der Ausgangspunkt ihrer alltagsintegrierten, ganzheitlichen Förderung.

Gemeinsame Bildung und Erziehung aller Kinder wird mit individueller Unterstützung und Hilfe verbunden, damit die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes bestmöglich gefördert werden kann. Dieser Bildungsauftrag des Elementarbereichs ist im Gesetz verankert.

Die Bildungs- und...

In der Bildungsvereinbarung NRW vom 30.04.2015 sind der Bildungsbegriff und das Bildungsverständnis formuliert. Die Stärken der Kinder sind der Ausgangspunkt ihrer alltagsintegrierten, ganzheitlichen Förderung.

Gemeinsame Bildung und Erziehung aller Kinder wird mit individueller Unterstützung und Hilfe verbunden, damit die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes bestmöglich gefördert werden kann. Dieser Bildungsauftrag des Elementarbereichs ist im Gesetz verankert.

Die Bildungs- und Erziehungsarbeit beginnt in der Familie und wird in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege weitergeführt.
Mit diesem Verständnis nimmt frühkindliche Bildung das Kind individuell und ganzheitlich mit seinen vielfältigen Stärken und Entwicklungspotenzialen in den Blick.

Wichtige Grundlage hierfür ist die regelmäßige Beobachtung des Kindes, die in eine regelmäßige Dokumentation mündet und die auch Gegenstand von Entwicklungsgesprächen mit den Eltern ist.

Link zur Bildungsvereinbarung NRW: https://www.mkffi.nrw/sites/default/files/asset/document/20150529_bildungsvereinbarung_text.pdf

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Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung

Die Förderung für Kinder mit Behinderung in Tageseinrichtungen schafft Rahmenbedingungen, um in allen Tageseinrichtungen im Rheinland eine gute inklusive Bildung und Betreuung zu ermöglichen.

Mit der Förderung werden zusätzliche Fachkraftstunden über das bislang bestehende System der pädagogischen Betreuung hinaus finanziert, um den pädagogischen Standard wesentlich anheben zu können.

Bisher diente dazu die FInK-Förderung für Kinder mit Behinderungen. Das Bundesteilhabegesetz...

Die Förderung für Kinder mit Behinderung in Tageseinrichtungen schafft Rahmenbedingungen, um in allen Tageseinrichtungen im Rheinland eine gute inklusive Bildung und Betreuung zu ermöglichen.

Mit der Förderung werden zusätzliche Fachkraftstunden über das bislang bestehende System der pädagogischen Betreuung hinaus finanziert, um den pädagogischen Standard wesentlich anheben zu können.

Bisher diente dazu die FInK-Förderung für Kinder mit Behinderungen. Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) strukturiert die Eingliederungshilfe jetzt jedoch völlig neu.

Ab Januar 2020 wird der LVR (Landesverband Rheinland) unter anderem einheitlich für die in Einrichtungen erbrachte Eingliederungshilfe im Elementarbereich, also für Kinder mit Behinderung bis zum Schuleintritt, zuständig. In diesem Kontext wird er erstmals auch Kostenträger für interdisziplinäre Frühförderung in Kitas.

Ziele dabei sind:
• Landeseinheitliche Lebensverhältnisse für Kinder mit (drohender) Behinderung
• Gestaltung fließender Übergänge
• Vermeidung von Leistungsunterbrechungen: Kein Kind fällt durchs Raster!

Bis Juli 2020 kann die FInK-Pauschale weiterhin von den Trägern beim LVR beantragt werden. Ab August 2020 können nur noch die heilpädagogischen Leistungen nach §79 SGB IX von den Eltern beim Fallmanager des LVR beantragt werden.

Für Kinder mit bereits bewilligter FInK-Pauschale gelten vorliegende Bewilligungen bis zum Bewilligungsende, längstens bis Schuleintritt.

Ansprechpartner bleiben auch in Zukunft wir als Kita oder Ihr Kinderarzt.

Link zur Broschüre „Elementar wichtig“: https://www.lvr.de/media/wwwlvrde/jugend/kinderundfamilien/dokumente_90/LVR_Broschuere_DIN_A5_DE_160819_barrierefrei.pdf

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